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Einleitung
Seit
vielen Jahren leite ich Keramikkurse. Dabei treffe ich auf die
unterschiedlichsten Menschen. Manche können sich nur ein paar Stunden pro
Woche mit dem Thema befassen. In dieser Situation stosse ich oft auf ein
Problem, das ich das Leere-Leinwand-Syndrom nenne. Die Lernenden
konzentrieren sich nur auf das Formen des Tons als ersten und
offensichtlichsten Schritt. Nach ein paar Wochen kommen die aus Wülsten
oder Platten aufgebauten, gepinchten oder gedrehten Objekte dann aus dem
Rohbrand. Unvermeidlich fordern sie weitere Gestaltung. Aus Angst vor
dieser nächsten Stufe bleiben viele roh gebrannte Teile am Ende der Kurse
in den Regalen der Töpferstudios stehen und werden nicht abgeholt. Statt
womöglich ein gelungenes Gefäss durch eine schlechte Glasur oder ein
misslungenes Dekor zu verschandeln, bleibt man unentschlossen und vergisst
es lieber ganz. Schliesslich staubt es ein und landet in der Mülltonne. Da
ich selber unter den unfertigen Stücken leide, habe ich mich im Lauf der
Zeit immer mehr mit Oberflächengestaltung beschäftigt. Sie ist sicher eine
ganz persönliche Sache und wir müssen neben den handwerklichen
Fähigkeiten, der Kenntnis von keramischen Materialien und Prozessen
unseren eigenen Ausdruck finden. Die Aussage entwickelt sich aus der
persönlichen Erfahrung, die wir einfliessen lassen: was wir sehen, was uns
genauer interessiert, was wir lernen und gern haben, wie unsere Ideen von
anderen aufgenommen werden etc. Dekor und Oberflächengestaltung sollten
nicht einfach ein Nachtrag sein. Glück ist manchmal ein Teil des
Lernprozesses und alle Töpfer hoffen auf günstige Zufälle bei den
Herstellungsprozessen. Gekonnt ausgeführte Arbeiten bilden im
Zusammenspiel von Form und Oberfläche eine Einheit. Das tiefere
Verständnis der Vorgänge und keramischen Materialien ergibt zusammen mit
dem optischen Feingefühl schliesslich ein harmonisches Ganzes. Dieses Buch
stellt Techniken zur Oberflächengestaltung vor - dekorativ und funktional,
zart, kühn oder bizarr, erprobt und experimentell, traditionell und neu.
Dutzende von Ausdrucksformen haben ihren Platz in der Welt der Keramik.
Dazu kommen viele weitere, die in diesem Buch keinen Platz mehr fanden.
Ich widme mein Buch allen Töpfern, die am anfangs erwähnten
Leere-Leinwand-Syndrom leiden. Ich möchte informieren und Ideen
vermitteln, die zu wunderbaren Ergebnissen führen. Keramische Oberflächen
können von strahlendem Weiss bis zu rauem, mattem Schwarz das gesamte
Farbspektrum des Regenbogens und unendlich viele Texturen zeigen. Der
formbare Ton regt bei Herstellen sofort zum Strukturieren, Eindrücken und
sorgfältigen Glätten an. Für die Farbgebung gibt es zahllose
Möglichkeiten. Die Oberflächen lassen sich auf dem Weg vom rohen Ton bis
ins Ausstellungsregal in vielen Zwischenstufen verfeinern. Aktuelle
Entwicklungen, die Begeisterung für die Studiotöpferei und eine wahre
Informationsflut bewirkten, dass die Auswahl an Material und Gerätschaften
für die Oberflächengestaltung nie so gross war wie heute. Wir können
wählen zwischen zarten Erdfarben und lebhaften, ja knalligen Tönen,
zwischen Druck- und Maltechniken, zwischen rau und glatt. Gleichzeitig
sollten wir immer aus der Vergangenheit lernen. Wie Archäologen
bestätigen, kannten unsere Vorfahren die Keramik seit Jahrtausenden. Die
Entdeckung des Tons war von immenser historischer Bedeutung. Viele
archäologische Funde sind heute erhalten. Herrliche Sammlungen mit
Töpferwaren warten in Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt darauf,
bewundert und studiert zu werden. Sie bieten uns reiche Information und
Inspiration für eigene Arbeiten.
| Inhalt |
Seite |
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| Einleitung |
6 |
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Kapitel 1
Dekortechniken am ungebrannten Scherben |
12 |
| Zuschlagstoffe |
14 |
| Brennbare Zusätze |
16 |
| Nicht brennbare Zusätze |
17 |
| Eingefärbte Massen |
18 |
| Gedrehte Achatware |
20 |
| Achatware und
Aufbautechnik |
22 |
| Bunte Applikationen |
23 |
| Texturen |
24 |
| Abdruck |
26 |
| Perforation |
27 |
| Rollsiegel |
28 |
| Flachschnitt und
Ritzmuster |
30 |
| Stempel |
32 |
| Drehspuren |
34 |
| Polieren |
35 |
| Modeln und Pressformen |
36 |
| Flachreliefs |
38 |
| Plastische Dekors |
40 |
| Gipsmodeln für Reliefdruck |
42 |
| Malen, Zeichnen, Drucken |
44 |
| Malen auf Ton |
46 |
| Monotypie |
48 |
| Engobe auf Gips |
51 |
| Siebdruck |
52 |
| Engobe |
54 |
| Schütten |
56 |
| Tauchen |
57 |
| Malhornmalerei |
58 |
| Federzugtechnik |
60 |
| Marmorierung |
61 |
| Tupfenmuster |
62 |
| Spritzen |
63 |
| Pinselmalerei |
64 |
| Bändern |
65 |
| Kammzug |
66 |
| Sgraffito |
68 |
| Mocha |
70 |
| Terra sigillata |
72 |
| Schwammdruck |
73 |
| Einlegemuster (Mishima) |
74 |
| Ausspartechniken |
76 |
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Kapitel 2
Glasuren und Farbgebung |
78 |
| Unterglasurfarben |
80 |
| Unterglasurmalerei |
82 |
| Kreiden und Stifte |
84 |
| Drucken mit
Unterglasurfarben |
85 |
| Dekorative Glasurtechniken |
86 |
| Majolika |
88 |
| Tauchen und Schütten |
90 |
| Spritzen |
91 |
| Glasurmalerei |
92 |
| Ausspartechnik und
Mehrfachglasieren |
93 |
| Strukturglasuren |
94 |
| Farbgebung ohne Glasur |
96 |
| Ungewöhnliche Glasurbrände |
98 |
| Reduktionsbrand für
Steinzeug |
100 |
| Reduktionsbrand und Lüster |
102 |
| Salz und Soda |
104 |
| Kristallglasuren |
106 |
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Kapitel 3
Spezielle Brennverfahren |
108 |
| Rauchbrand |
110 |
| Feldbrand |
112 |
| Kapselbrand |
114 |
| Sägemehl und
Ausspartechnik |
116 |
| Räuchern |
118 |
| Raku |
120 |
| Nachreduzieren |
122 |
| Oxidierender Rakubrand |
125 |
| Verlorene Engobe (Slip
resist) |
126 |
| Samteffekte - Bedampfen |
128 |
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Kapitel 4
Mehrfachbrand und abschliessende
Behandlung |
130 |
| SCHMELZFARBEN und
Aufglasurtechnik |
132 |
| Malen mit Aufglasurfarben |
134 |
| Weissware dekorieren |
135 |
| Abziehbilder |
138 |
| Schmelzbrandlüster |
140 |
| Lüster malen und spritzen |
142 |
| Lüster drucken und
stempeln |
144 |
| Bearbeitung nach dem Brand |
146 |
| Sandstrahlen |
148 |
| Patina |
150 |
| Blattmetalle |
151 |
| Materialmix |
152 |
| Gesundheit und Sicherheit |
154 |
| Glossar |
156 |
| Register |
158 |
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Fr. 44.00 inkl. MWSt.

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