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Was ist Ton ?
Ton ein Verwitterungsprodukt von Granit. Granit besteht
hauptsächlich aus Kalifeldspat, einem Mineral, dass unter dem Namen Feldspat
bekannt ist. Durch Verwitterungsprozesse entsteht aus Feldspat oder Granit das
Kaolin, ein schneeweisses Mineral. Feldspat und Kaolin sind Ausgangsprodukte für
die Porzellanherstellung. Das Kaolin wird mit der Zeit durch Hitze, Kälte und
Wasser zerkleinert und weggeschwemmt. An tiefergelegenen Stellen sammelt
sich das Kaolin, vermischt mit Sand, Mineralien und Wasser. Dieses Gemisch
bildet den eigentlichen Ton. In der Schweiz wird in Einsiedeln Ton abgebaut. Von
dort kommt der bekannte Bodmer Ton. Ansonsten gibt es viele Tonvorkommen in
England, Frankreich und Deutschland. Fertigen Tonmassen werden diverse Zutaten beigemischt um die Farbe, die
Plastizität und den Schmelzpunkt zu verändern. Diese Zutaten hängen von
verschiedenen Faktoren ab, z.B. was für ein Gefäss geformt wird, für was für
einen Zweck, was für Dekorationsmöglichkeiten angewandt werden.
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Töpferton
Eine etwas unklare
Bezeichnung. Oft wird unter Töpferton ein kalkhaltiger Ton im
Niedertemperatur-bereich, bis ca. 1050° C verstanden. Meist rotbrennend, da er
oft eisenhaltig ist. Die Tonmasse sintert beim Brand nicht, das heisst sie
bleibt ohne Glasur porös und wasserdurchlässig Manchmal wird für Töpferton auch
der Begriff Irdenware verwendet. Töpferton ist eine ähnliche Tonmasse wie
Terrakotta, welche in der Toscana abgebaut wird. Basismaterial von Terrakotta
ist Kalkmergel mit starken "Verunreinigungen" aus Quarzkrümeln. Die raue
Oberfläche wird durch Stahlbürsten nach dem Trocknungsprozess erzielt.
Steingutton
Steingut wird in der Regel zwischen 1050°C und 1150°C gebrannt ist per
Definition offenporig, d.h. ohne rissfrei sitzende Glasur nicht wasserdicht und
klingt beim Anschlagen eher dumpf.
Feuerfestmasse
Diese
extrem
temperaturwechselbeständigen
Tonmassen sind geeignet zur Herstellung von Ofenfesten Gefässen und
Feuerschalen.
Paper-Clay
Paper-Clay ist ein Ton, der einen Anteil an wassergelöstem
Papier enthält. Die Tonmasse bekommt so eine sehr gute Rohbruchfestigkeit
während des Trocknens und eine erstaunliche Trockenfestigkeit sowie eine
besonders gute Resistenz gegen Rissbildungen und Verziehen. Paper-Clay kann
nicht auf der Scheibe gedreht werden. Beim Brand entstehender Rauch durch das
verbrennenden Papiers sollten in geeigneter weise ins freie geleitet werden.
Klinkerton
Klinker ist ein Steingutton der bei ca. 1170°C
bis zur Sinterung gebrannt wird und dabei eine hohe Festigkeit und
Widerstandsfähigkeit gegen mechanische und chemische Beanspruchung erhällt..
Steinzeugton
Steinzeug wird höher
gebrannt (1200 - 1300°C) und ist gesintert auch ohne Glasur wasserundurchlässig und
frostsicher, d.h. winterhart. Solche Gefässe sind auch bruchsicherer und härter.
Der Scherben ( als
Scherben bezeichnet man Tonware, die oberhalb von mindestens 600°C gebrannt
wurde und sich dadurch nicht mehr in plastischen Ton zurückverwandeln lässt) .klingt
glockenartig. Die Masse wird in der Natur abgebaut und häufig noch mit
Zusatzstoffen versetzt.
Beim sintern werden Stoffe durch Erhitzen zusammengebacken. Das keramische
Material verdichtet sich. Durch diese Eigenschaft liegt die Wasseraufnahme bei
unter 2 %, und das gebrannte Objekt nimmt so gut wie keine Feuchtigkeit mehr
auf. Deshalb werden gesinterte Objekte häufig im Aussenbereich verwendet.
Porzellan
Keramische Masse mit dichtgesintertem weissen, in dünner Lage durchscheinendem
Scherben. Besteht hauptsächlich aus Feldspat, Quarz und Kaolin. Porzellan kommt
in der Natur kaum rein genug vor und wird industriell gemischt.
Porzellan: Rohmaterialien Kaolin (Tonsubstanz), Quarz (Magerungsmittel),
Feldspat (Flussmittel). Mehr Kaolin (K:Q:F 50:25:25) ergibt Hartporzellan
(1400-1500 oC). Verringerung des Tongehaltes (K:Q:F 25:45:30) ergibt
Weichporzellan (1200-1300 oC).
Fertigen Tonmassen werden diverse Zutaten beigemischt um die Farbe, die
Plastizität und den Schmelpunkt zu verändern. Diese Zutaten hängen von
verschiedenen Faktoren ab, z.B. was für ein Gefäss geformt wird, für was für
einen Zweck, was für Dekorationsmöglichkeiten angewandt werden.
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Schamotierte Tonmassen
Damit Tonmassen mehr Stabilität beim Formen von grösseren Werkstücken erhalten,
beim Trocknen weniger schrumpfen
und um Spannungen während des Brandes besser aufnehmen zu können, werden diese
mit Schamotte versetzt.
Schamotte ist dicht gebrannter, zermahlener Ton. Diese Tone sind weniger
glatt, bildsam und plastisch als Massen ohne Schamotte, allerdings verziehen und
schwinden diese auch weniger beim Trocknen und die Gefahr des Reissens ist
geringer. Für die Rakutechnik werden Tonmassen mit einem Schamotteanteil von 25
- 50 % verwendet.
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Schrumpfung der Tonmassen
Alle Tone schrumpfen während der Trocknung und noch einmal im Brand. Je
nach Tonart liegt die ( Schwindung ) bei 10 - 15%. Je höher die
Brenntemperatur, desto grösser die Schrumpfung.
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Lagerung von Tonmassen
Ton sollte immer in einem fest verschlossenen Plastikbeutel an einem
dunklen, kühlen, aber frostsicheren Platz aufbewahrt werden.
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Die Verarbeitung der Tonmasse
Beim Aufbauen mit weichem Ton ist
besonders zu beachten, dass die Wandungen gleichmässig dick sind und keine
Luftblasen eingeschlossen werden. Objekte,
die dicker als 2 cm sind, müssen innen hohl und mit einem Luftloch versehen
sein. Häufigste Ursache von Rissen, Bruch und misslungenen Werkstücken sind
Lufteinschlüsse in der Tonmasse. Beim Brand
zieht sich der Ton zusammen. Die erwärmte Luft dagegen dehnt sich aus und
sprengt das Werkstück. Das Schlagen und Kneten soll evtl. im Ton enthaltene Luft beseitigen
und den Ton homogen und geschmeidig machen.
Das war in grauer Vorzeit, als der Ton noch selbst aus Pulver und Wasser
angesetzt werden musste, sicherlich auch notwendig.
Die heutigen Tonmassen sind bereits maschinell geknetet und haben ein Vacuum
durchlaufen. Schlagen und Kneten hat im Wesentlichen für den Hobby- und
Schulgebrauch zwei Nachteile:
1. dem Ton wird Wasser entzogen, er verliert dadurch an Geschmeidigkeit und
neigt sehr viel
schneller zur gefürchteten Rissbildung an den Rändern.
2. wenn Sie nicht wirklich viel Übung haben, schlagen und kneten Sie eine
Menge Luft in den Ton,
anstatt aus dem Ton.
Davon unabhängig wird der Profi vor dem Drehen grösserer Mengen auf der
Töpferscheibe den Ton schlagen und kneten, aber bitte nur, wer das wirklich
richtig kann und gelernt hat.
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Beim Pressen der Tonstangen können sich in der
Tonmasse Strukturen bilden. Bei richtiger Verarbeitung können Spiralrisse die
beim Brennen entstehen können vermieden werden.
Auf der Töpferscheibe bleibt die Oberseite immer obern auf dem Drehteller.
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Schlicker ist
Tonbrei oder Tonschlamm. Sammeln Sie den Ton der für die Arbeit nicht mehr
geeignet ist. Zur weiteren Verwendung müssen die Tonresten knochentrocken sein.
Übergiessen Sie den getrockneten Ton deckend mit Wasser, lieber zuviel als
zuwenig. Lassen Sie das Wasser einen Tag wirken: Alle Tonstücke zerfallen. Nun
quirlen Sie mit einem Schwingbesen den Brei tüchtig und treiben ihn durch ein
feinmaschiges Sieb. Mit einem festen Borstenhaarpinsel geht die Arbeit leichter
von der Hand. Sollte der Brei zu dünn sein, so lassen Sie den gequirlten Brei
einen Tag stehen und giessen das überflüssige Wasser ab. Der Schlicker müsste
ungefähr die Konsistenz von Schlagrahm haben. Giessen Sie den fertigen Schlicker
in eine dicht schliessende Dose, sodass er vor Verdunstung geschützt ist.
Alle Teile, die Sie an eine Form mit Hilfe von Schlicker
„ankleben“, also Henkel, Griffe, Verzierungen etc. nennt man Garnitur; das
Anleimen garnieren. Dabei wird stets in der selben Art und Weise vorgegangen.
Die Klebestelle am Körper und diejenige der Garnitur wird mit einer Töpfernadel
aufgeraut. Danach wird auf die Klebstellen Schlicker aufgetragen und die
Garnitur leicht angedrückt. Dabei wird das Ende eines Henkels zum Beispiel rasch
und leicht hin und her geschoben, gleichsam an die Form hingezittert. Dabei
merken Sie plötzlich, dass Form und Garnitur einander gefasst haben: Es hat
angezogen. Der aus der Klebestelle hervorgequollene Schlicker wird mit einem
feuchten Schwämmchen oder wichen Pinsel weggestrichen. Beachten Sie folgende
Grundregel: Es wird spätestens in lederhartem Zustand garniert. Form und
Garnitur sollten etwa denselben Feuchtigkeitsgehalt haben.
Aufbautechnik: Zuerst legen Sie sich einen Vorrat von Tonwülsten an, den
Sie mit einem feuchten Tuch bedecken. Tonwülste haben eine grosse Oberfläche und
trocknen daher leicht aus, sodass sie beim Verarbeiten reissen. Flachen Sie eine
Tonkugel auf einem Stück Papier, noch besser auf der Ränderscheibe, ab, stets
leicht drehend, sodass Sie eine runde, gleichmässig dicke ( ca. 1 cm )
Tonscheibe vor sich haben. Biegen Sie den Rand zwei Zentimeter hoch, indem Sie
mit den Aussenfingern den Ton anheben. Bodendicke und Wandfestigkeit sollten
gleich stark sein. Legen Sie einen Tonwulst auf den Bodenrand, nicht zu eng und
nicht zu weit. Schneiden Sie bei der richtigen Länge den Ton schräg ab, legen
die Enden, eventuell mit etwas Schlicker eingestrichen, aufeinander und drücken
Sie diese zusammen. Pressen sie den Tonwulst jetzt so weit zusammen, bis Sie mit
den Fingerspitzen fühlen, dass nun Wulst und Bodenrand dieselbe Wandstärke
aufweisen Die Rillen, die jetzt noch sichtbar ist, werden mit den Fingern oder
einem Modellierholz sorgfältig verstrichen.
Plattentechnik: Für kleinere
Tonplatten eignet sich zum Beispiel Bodmer-G-Ton. Für grössere Platten, oder
Kacheln, wie der Töpfer sagt, ist der schamottierte Ton, besser geeignet. Der
gemagerte Ton verzieht sich weniger, neigt weniger zu Rissen, weil er weniger
schwindet. Je grösser die Platte in der Fläche ist, desto dicker muss sie sein.
Man legt zwei Holzleisten neben den Ton und schneidet mit einem Tonschneidedraht
Platte um Platte weg. Vergessen Sie bitte nicht, dass der Ton schwindet. Wenn
Sie Kacheln von 15 mal 15 cm brauchen, müssen die Kanten des frischen G-Tones
16,3 cm messen (Schwindung 8%). Der Schwindungsprozentsatz ist für jede Tonsorte
angegeben. Eine andere Methode zu Tonplatten zu kommen ist das Wallholz. Formen
Sie eine Tonkugel und legen Sie diese auf ein Stück glattes Packpapier. Formen
Sie die Kugel mit dem Wallholz zu einer Platte. Das Trocknen Ein sehr wichtiger
Vorgang ist das Trocknen der Platten. Legt man diese einfach aufs Gestell,
werden sie sich mit Sicherheit nach oben verbiegen. Da die Plattenoberseite eher
trocknet als die Unterseite, schwindet der Ton oben mehr als unten. Legt man die
Tonplatten zwischen Gipsplatten entstehen gute Resultate. Da unten und oben die
Saugwirkung dieselbe ist, schwinden die
Tonplatten gleichmässig und bleiben plan. Danach können sich die lederharten
Tonkacheln zu quaderförmigen Hohlkörpern zusammenstellen. Als lederhart bezeichnet man einen
Ton, der nicht mehr plastisch verformbar, aber auch noch nicht trocken
und brüchig ist. Der Ton fasst sich ähnlich wie festes Leder oder
Hartkäse an und lässt sich in diesem Zustand sehr gut montieren bzw. bearbeiten.
Sehr wichtig ist aber bei diesen Arbeiten, dass die Kacheln sorgfältig und
solide zusammengefügt werden. Das heisst: Die Klebekanten der Tafeln müssen
aufgeraut und mit genügend Schlicker eingestrichen werden. Ein kurzes Anpressen
genügt nicht. Die Kacheln sollen, wie weiter vorn beschrieben, „hingezittert“
werden, bis der Ton gepackt hat. Die Bodenplatten sollten nach dem Schneiden
einen Millimeter vorstehen, damit die vorstehende Tonmasse überstrichen werden
kann. Damit keine Trocknungsspannungen auftreten, deckt man Objekte die ersten
Tage mit Plastikfolien ab. Beim Glasieren entstehen immer Spannungskräfte, die
sich auf unsorgfältig ausgeführte Klebestellen verheerend auswirken können.
Darum verstärkt man die Klebekanten mit dünnen Tonwülstchen. Beim Zusammenfügen
der Kacheln quillt überschüssiger Schlicker hervor. Auf diesen „Kantenschlicker“
legt man innen ein dünnes Wülstchen, presst es fest und verstreicht sein
Material auf die beiden anstossenden Wände.
Diverse weitere Techniken wie das Drehen
auf der Töpferscheibe oder das Einarbeiten in Gipsformen eröffnen interessante
Möglichkeiten zur kreativen Herstellung von Objekten aus Ton.
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Das Trocknen der Tonmasse
Die feuchten
Tonarbeiten müssen vor dem Brennen möglichst langsam und gleichmässig trocknen,
am besten bei hoher Luftfeuchtigkeit. Bei Wandstärken bis 1 cm reicht eine Woche
Trockenzeit in der Regel aus. Ist die Tonmasse nicht voll durchgetrocknet, kann
sich in
der Anfangsphase des Brennens innerhalb des Materials zuviel
Wasserdampf bilden, der dann eine sprengende Wirkung hat. Während der
Trockenzeit sollen die Erzeugnisse mehrmals gewendet werden, um Risse durch ungleichmässigen
Schwund zu vermeiden. Stärkere Luftbewegung (z.B. offenes Fenster) für oft zu
Rissen beim Trocknen.
Durch diesen
Verdunstungsvorgang geht natürlich Volumen in Form von Wasser verloren: der Ton
schrumpft, schwindet. Dummerweise verdunstet das Wasser an der Oberfläche
schneller als im Inneren der Masse. Im Extremfall haben wir Aussen null und im
Inneren der Keramik Hundert Prozent Wasser. Es ist nachvollziehbar, dass im
Material eine Volumendifferenz also eine Spannung entsteht, die mit der Grösse
des Werkstückes absolut und relativ sehr stark steigt. Wir wissen: das Teil wird
krumm oder reisst. Daraus folgern wir richtig: die primäre Grösse des
angemessenen Trocknens von Keramik heisst nicht langsam sondern gleichmässig,
kann aber nur gleichmässig erfolgen, wenn es sehr langsam vor sich geht, weil
die Wasserdampfdiffusion einfach sehr träge von statten geht.
Die
Keramik darf nicht auf einer nicht saugfähigen Unterlage wie einer beschichteten
Spanplatte liegen. So wird sie das Wasser unten nie los. Gipsplatten sind ideal,
weil sie unten so begierig Wasser aufnehmen wie oben die Luft abführt. Das
Objekt sollte unter eine Plastikfolie, damit die gesamte Atmosphäre gleichmässig feucht
ist. Dreimal am Tag Folie auf - feuchte Luft heraus - Folie zu. Und das ganze
solange bis das Teil offensichtlich trocken ist, also nicht mehr unangenehm
riecht und nicht kälter als
die die Umgebung ist. Die Temperatur der Keramik gibt uns einen guten Hinweis
auf den Trocknungszustand. Ist das Objekt kälter als die Umgebung, wird noch
immer Wasser an die Luft abgegeben.
Jetzt warten wir noch wenige Tage vorsichtshalber, damit der allerletzte
Tropfen verdunstet ist und Brennen die Sache. Wer jetzt noch behauptet, dass
gerade Objekte krumm werden, der hat sich nicht an die Regeln gehalten.
Die aus Ton hergestellten, fertig
bearbeiteten und getrocknete Arbeiten, die aber noch nicht gebrannt
wurden nennt man auch Grünware.
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Das Einsetzen der Objekte in den Ofen - für den Rohbrand
Beim
Einsetzen des Ofens zum Rohbrand können sich die Werkstücke berühren und sogar
sorgfältig ineinander gestellt werden. Werden die Objekte nach dem Rohbrand
nicht weiter bearbeitet ( glasiert ) sollte zugunsten einer gleichmässigen Farbe
auf das ineinanderstapeln verzichtet werden. Weil Wärme nach oben steigt, nutzen Sie
diese am besten, wenn Sie grosse Teile nach unten stellen, kleine dagegen nach
oben. Haben Sie ausnahmsweise nur wenige Teile zu brennen, verbessern Sie das
Brennergebnis, indem Sie diese höher stellen und gleichmässig verteilen.
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Der Rohbrand
Quellungswasser ist jetzt ganz sicher nicht mehr im Ton. Allerdings noch eine
reichliche Menge Kristallwassers. Dieses
kristallin gebundene Wasser entweicht dem Mineral jetzt während des gesamten
Brennvorganges bis ca. 600°C. Diese
physikalische Eigenschaft müssen wir einfach kennen, um darauf Rücksicht nehmen
zu können. Das ist der Hintergrund für das langsame Aufheizen in der
Anfangsphase des Rohbrandes ( auch Schrühbrand, Vorbrand oder
Biskuitbrand genannt).
Hier kommt uns die schlechte
Wärmeleitfähigkeit des Materials zugute. Die Brennguttemperatur sinkt ja mit
zunehmender Tiefe und somit wird das Kristallwasser langsam von aussen nach
Innen, also bei geeigneter Brandführung nicht zu schlagartig frei. Je langsamer
wir aufheizen je weniger Dampfdruck wird aufgebaut und der Wasserdampf hat
Zeit zu entweichen. Sind jetzt Lufteinschlüsse in der Tonmasse, sammelt sich
darin Wasserdampf. Der hat gegenüber dem flüssigen Wasser
ein sehr sehr viel grösseres Volumen! Dieser Druck lässt das Teil schlagartig
explodieren wie eine Splitterhandgranate.
Die Quarzteile in der Tonmasse wandeln sich bei ca. 520°C um. Den Übergang nennt
man "Quarzsprung", weil die Umwandlung auch mit einer sprunghaften Vergrösserung
des spezifischen Volumens verbunden ist, die durch eine geänderte Anordnung der
Kristalle entsteht, sollte man in diesem Temperaturbereich langsam brennen. Ein
zu schnelles Aufheizen oder Abkühlen kann zu Sprüngen und Rissen der Tonwaren
führen.
Daraus lernen wir: im Zweifelsfalle
ist zu langsames Hochfahren nicht schädlich, kann aber Probleme vermeiden
helfen. Problemfällen wie figürlichen Arbeiten begegnen wir mit übertrieben
langsamen Aufheizgeschwindigkeiten und beugen Problemen vor indem wir den
Gasdruck gezielt niedrig halten.
Der Brand
Ab 100°C setzt der Ton das Wasser aus den Poren frei. Ab 200°C ist dieser
Prozess nicht mehr rückgängig zu machen, d.h. der Ton löst sich nicht mehr in
Wasser. Bei Temperaturen zwischen 350 und 700 °C setzt der Ton noch einmal etwa
5-15 % chemisch gebundenes Wasser frei. Üblicherweise wird mit 100°C pro Stunde
bis 650°C gebrannt. Danach kann mit ca. 150°C pro Stunde auf die Endtemperatur
von ca. 960°C geheizt werden. Diese Temperatur wird ca. 20 Minuten gehalten. Der
hierbei entstandene gebrannte Ton wird auch Tonscherben genannt.
Besonders
dicke und empfindliche Objekte sollten möglichst langsam auf 650°C gebrannt
werden. Wir empfehlen eine maximale Aufheizgeschwindigkeit von 40 bis 70°C pro
Stunde.
Die auf 900 -
1000°C rohgebrannten Objekte
nennen wir Scherben oder Schrühware. Der Ton ist jetzt hart, das heisst er
löst sich in Wasser nicht mehr auf, bleibt aber dennoch porös.
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Glasieren und Dekorieren
Glasuren sind, wie der Name schon sagt, Gläser.
Der Hauptbestandteil ist eine Mischung aus sauren und alkalischen Metallsalzen.
Auf der alkalischen Seite sind im wesentlichen die Natrium-, Kalium-, Calcium-
und Magnesiumsalze (Soda, Pottasche, Kalk, Talkum), auf der sauren Seite Bor-,
Aluminium- und Siliciumoxide (Borax, Ton, Quarz). Sie unterscheiden sich in
vielen Kriterien: - Brenntemperatur - Oberflächenbeschaffenheit - Farbe -Transparenz.
Glasuren werden meistens auf den rohgebrannten Tonscherben aufgetragen (
Anleitung: Glasuren auftragen
).
Engobe ist verdünnter Tonschlicker mit Mineralfarben versetzt. Sahneartige
Konsistenz. Optimalerweise besteht der Engobeton aus weissem
Ton mit denselben Eigenschaften ( Ausdehnungseigenschaften ) wie der des zu bemalenden Körpers. Wird idealerweise auf den lederharten (ca. 1 Tag nach der Herstellung) Ton
aufgebracht, der noch kaum durch Trocknung geschrumpft ist. Als lederhart
bezeichnet man einen Ton, der nicht mehr plastisch verformbar, aber auch
noch nicht trocken und brüchig ist. Der Ton fasst sich ähnlich wie festes
Leder oder Hartkäse an.
Oxide: Metalloxide ergeben beim Brand unterschiedliche
Farben. Können vor der Herstellung des Objekts in den Ton eingearbeitet oder
aufgestreut werden. Der Farbton verschiedener Oxide kann variieren, je nachdem,
ob man beim Brand eine oxidierende oder reduzierende Atmosphäre anwendet.
Oxidierend heisst, dass beim Brand ein Sauerstoffüberschuss herrscht (blaue/weisse
Flamme beim Holz-, Gas- oder Ölfeuer). Reduzierend bedeutet Sauerstoffmangel (russende,
gelbe Flamme). Da das Feuer hier aus der Umgebungsluft zuwenig Sauerstoff
bekommt, reisst es sich den Sauerstoff der Metalloxide aus der Glasur teilweise
unter den Nagel. Dieser Vorgang nennt sich Reduktion und verändert die Farbe
der Metalloxide. In Elektroöfen ist im Normalfall nur der oxidierende Brand möglich,
da keine Flamme Sauerstoff verbraucht.
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Das Einsetzen der Objekte in den Ofen - für den
Glasurbrand
Die unterste Einsetzplatte wird mit 3 Stützen ( 25 mm ) vom Ofenboden
distanziert. Dies gewährleistet eine gute Wärmezirkulation. Die Brennstücke
werden auf Dreifüsse oder Dreikantleisten gestellt, so dass die Glasur keine
Berührung mit den Platten hat.
Bei Brenntemperaturen über 1150°C werden die Objekte
direkt auf die Platten gestellt. Die Glasur an den Brennstücken muss an den
plattenberührenden Teilen sauber entfernt werden. Dreifüsse oder Dreikantleisten
können nicht verwendet werden, da diese bei solch hohen Temperaturen in den
aufgeweichten Ton einsinken.
Die Luft muss zwischen
den Brennstücken gut zirkulieren können. Um weitere Gegenstände gleichzeitig zu
brennen, werden drei Stützen aufgestellt und mit einer Platte belegt. Benützen
Sie weitere Stützen für eine 3.,4. oder 5. Etage. Platzieren Sie diese so, dass
alle Stützen übereinander stehen. Brennstücke dürfen Wände, Deckel, Heizspiralen
und den Temperaturfühler nicht berühren ( Abstand ca. 25 mm ). Weil Wärme nach oben steigt, nutzen Sie
diese am besten, wenn Sie grosse Teile nach unten stellen, kleine dagegen nach
oben. Haben Sie ausnahmsweise nur wenige Teile zu brennen, verbessern Sie das
Brennergebnis, indem Sie diese höher stellen und gleichmässig verteilen.
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Plattenschutzmittel
Glasurtropfen lassen sich dank der Schutzschicht besser von den
Einsetzplatten trennen. 1 kg Plattenschutz und 1 lt warmes Wasser werden
miteinander gut vermischt und mit flachem Pinsel oder Roller in 3
Schichten auf die Ofeneinsetzplatten aufgetragen. Lassen Sie jede Schicht
ca. 20 Minuten trocknen. Der Plattenschutz sollte nur einseitig
aufgetragen werden. Doppelseitiges Auftragen kann beim Glasurbrand
unschönen Befall bewirken. Die Plattenränder, Einbaustützen, Dreifüsse und
Dreikantleisten werden nicht behandelt. Es ist empfehlenswert, nach der
Behandlung die Platten mit dem Probebrand zu brennen. Mit 1 kg
Plattenschutz können ca. 1 - 1.5 m2 Platten eingestrichen werden. Defekte
Stellen können leicht ausgebessert werden. Der durch viele Brände glasig
gewordene Plattenschutz lässt sich leicht mit einem Spachtel entfernen.
Anschliessend können die Ofenplatten erneut mit Plattenschutzmittel
eingestrichen werden.
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Brenntemperaturen
Der Lieferant von Rohstoffen und Farben wird Ihnen die genauen Brenntemperaturen
mitteilen. Wird eine Brenntemperatur z.B. mit 1050°C angegeben, ist es ratsam,
zuerst einige Testbrände durchzuführen. Brennen Sie auf 1040°C , 1050°C und
1060°C. Anhand der erzielten Resultate kann die optimale Brenntemperatur
bestimmt werden. Wir empfehlen Ihnen, jeden Brand genau zu protokollieren. Dies
ist eine grosse Hilfe, um die optimale Brenntemperatur zu bestimmen.
Achtung:
Wenn
Sie Ton oder Glasuren mit einer maximalen Brenntemperatur von z.B. 1040°C
versehentlich zu hoch brennen ( z.B. auf 1240°C ), wird die Masse während des
Brandes flüssig wie Lava und zerstört den Ofen. Seien sie vorsichtig mit
Materialien die Sie nicht kennen oder nur schwer unterscheiden können.
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Der Glasurbrand
Dieser ist notwendig um die aufgetragenen
Glasuren auszuschmelzen und mit dem Objekt zu verbinden. Da der Tonscherben schon durch den
Rohbrand sein
Wasser vollständig verloren hat, kann die Zeit zum Erreichen der
Maximaltemperatur verkürzt werden. Üblicherweise wird mit 120-150°C pro
Stunde bis 650°C gebrannt. Danach kann mit ca. 150-200°C pro Stunde auf die
Endtemperatur von ca. 1020-1300°C geheizt werden. Diese Temperatur wird ca. 10 -
30
Minuten gehalten. Die Brenntemperatur des Glasurbrandes ist abhängig von
Schmelzbereich der Glasur und des Tones. Die Glasurbrandtemperatur kann also über
oder unterhalb der Rohbrandtemperatur liegen, darf jedoch das Temperaturspektrum
der verwendeten Tonmasse niemals überschreiten.
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Das Abkühlen
Die gebrannten Objekte sollten dem Ofen nicht zu früh entnommen
werden. Man wartet mindestens
ab, bis die Ofentemperatur auf unter 100°C abgesunken ist. Dann kann man die Tür - um die Abkühlzeit
zu verkürzen - einen KLEINEN Spalt ( 1 - 2 cm ) öffnen. Wer sich nicht daran hält,
provoziert Sprünge in Ton und Glasur.
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Probleme und mögliche Lösungen:
Risse nach dem Rohbrand - Grundplatte mit aufmodelliertem
Relief - Tonmasse Nestor Z |
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Für weitere Hinweise und Korrekturen bin ich Ihnen sehr dankbar.
Senden Sie mir doch einfach ein Mail mit Ihren Erfahrungen. Danke
Peter Michel |